Wissenswertes zu Pflegestufen

Je nach Hilfsaufwand werden pflegebedürftige Personen in Deutschland in sogenannte Pflegestufen eingeordnet. Derzeit gibt es in Deutschland vier Pflegestufen, diese sind durchnummeriert von 0 bis 3. Eingeführt wurden sie in erster Linie wegen des finanziellen Aspekts. Die finanziellen Leistungen und Bezuschussungen durch die Pflegekassen orientieren sich an der entsprechenden Einordnung. Doch was bedeuten die Pflegestufen im Detail?

Pflegestufe 0 besagt, dass die Alltagskompetenz der betreffenden Person zwar erheblich eingeschränkt ist, allerdings die Voraussetzungen für Pflegestufe 1 noch nicht vollends erfüllt sind. Seit der Pflegereform im Jahr 2008 haben auch Personen in Pflegestufe 0 Anspruch auf einen Betreuungsbetrag.

Mit wachsender Zahl der Pflegestufe nimmt die Bedürftigkeit dann zu. Pflegestufe 1 etwa repräsentiert erheblich pflegebedürftige Personen. Diese liegt bereits dann vor, wenn täglich eine zweite Person Hilfe bei alltäglichen Dingen leisten muss. Hierunter versteht man generell Körperpflege, Ernährung und Mobilität, also Eckpfeiler eines angenehmen Lebens in unserer Gesellschaft. Die hauswirtschaftliche Versorgung muss ebenfalls durch die Zweitperson verrichtet werden, wobei durchschnittlich pro Tag mehr als 90 Minuten Aufwand nachgewiesen werden müssen. Erst dann kommt es zu einer Bezuschussung, die entsprechend höher ausfällt gegenüber jener, die man in Pflegestufe 1 erwarten darf.

Pflegestufe 2 wiederum repräsentiert die Schwerpflegebedürftigkeit. Diese tritt dann ein, wenn drei Mal täglich Hilfe durch eine zweite Person geleistet werden muss. Pro Tag müssen darauf mindestens drei Stunden entfallen.

Schwerstpflegebedürftigkeit wird mit Pflegestufe 3 benannt. Rund um die Uhr ist hierbei Pflegebedarf vorhanden, zu jeder Tag- und Nachtzeit. Der tägliche Bedarf an Hilfeleistungen muss dabei mehr als fünf Stunden betragen. Pflegestufe 3 besitzt desweiteren eine sogenannte Härtefallregelung. Ist der Pflegeaufwand außerordentlich intensiv, wird der Bestand einer solchen erfüllt. Spezifisch wird diese ausgesprochen, wenn der Pflegeaufwand mehr als sechs Stunden am Tag beträgt, wobei er drei Mal in der Nacht zwingend erforderlich ist, oder die Grundpflege nur von mehreren Personen geleistet werden kann, also mindestens zwei weitere Personen sich rund um die Uhr um die Belange der bedürftigen Person kümmern müssen.

Der genaue Pflegezuschuss hängt von der Art der Pflege ab. Für Pflegestufe 1 gilt etwa ambulant ein Betrag von 450 Euro, stationär beträgt er 1.023 Euro. Bei ambulanten wie stationären Härtefallen werden Beträge in Höhe von 1.918 Euro gezahlt. Eine Auflistung hierzu findet sich auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit.

Letzten Endes ist die Entscheidung für eine bestimmte Pflegestufe immer subjektiv. Daher kann der oder die Bedürftige gegen die Einordnung seiner Pflegekasse Widerspruch einlegen, wenngleich diese versuchen wird, mit objektiven Maßstäben ihre Entscheidung zu rechtfertigen.

Geschrieben von

Patrick Gehlert ist freier Redakteur und schreibt für Fachmagazine unter anderem Beiträge zu dem Thema Pflege.