Diagnose Demenz – was nun?

Rudi Assauer sorgte im Januar 2012 mit seinem öffentlichen Beknntnis zu seiner Demenzerkrankung für heftiges Aufsehen. Bis dato war das Thema Demenz in der deutschen Gesellschaft geradezu ein Tabuthema, doch in Folge seiner Aussage rückte die Krankheit in den Fokus gesellschaftlicher wie auch politischer Debatten. Doch was sollten Angehörige de facto tun, wenn sie erste Anzeichen für eine nahende Demenz bei einem Nahestehenden beobachten? Was sind die Folgen der Diagnose Demenz?

Etwa 1,5 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter Demenz, was ein enormer Wert ist. Laut Statistiken der Krankenkassen sind 70 Prozent aller Erkrankten Frauen, 30 Prozent Männer. Besonders häufig sind ältere Menschen betroffen, kaum junge Menschen leiden unter den Anzeichen von Demenz. Zu diesen zählen Vergesslichkeit (vor allem Vergessen der Sprache und das Vergessen alltäglicher Abläufe), Orientierungslosigkeit, plötzliche Stimmungsschwankungen und anhaltende Antriebslosigkeit.

Stößt man in seinem Bekannten- oder Verwandtenkreis auf solche Anzeichen, ist der Gang zum Arzt mit der betroffenen Person der wichtigste Schritt. Ferner hilft es, wenn man Auffälligkeiten notiert und diese dem Arzt übermittelt, damit dieser sich ein umfassendes Bild über das Stadium der Demenz machen kann.

Demenz ist bislang im klassischen Sinne nicht heilbar gewesen, doch neue Antidementiva ermöglichen es fortan womöglich, die Krankheit zumindest teilweise aufzuhalten. Desweiteren existieren Therapiemethoden, die darauf ausgelegt sind, der Krankheit entgegenzuwirken. Für Menschen ohne Demenz ist es schwierig, sich in die Gedankenwelten demenzkranker Menschen einzufühlen. Was sollten diese also im Umgang mit demenzkranken Angehörigen und Freunden beachten?

In erster Linie gilt es, den Alltag – sowohl den eigenen als auch den der betroffenen Person – weiterhin möglichst aufrechtzuerhalten. Wenngleich die von Demenz betroffene Person von ihrem eigentlichen Weg gedanklich abkommt, hilft es, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Das Hervorrufen früherer Ereignisse und früherer Tagesabläufe stellt zugleich eine Form von Gedächtnistraining dar. Als oberste Devise gilt es hierbei, Geduld und Verständnis für die Umstände der betroffenen Person aufzubringen. Am erheblichsten fällt die Tatsache ins Gewicht, dass die an Demenz erkrankte Person mit der Zeit sogar die Erkrankung vergisst. In der Medizin wird dies gemeinhin als Demenz-Paradoxon bezeichnet. Die gewählte Sprache gegenüber der betroffenen Person sollte möglichst simpel sein, um eine Überanstrengung des Gehirns zu vermeiden.

Geschrieben von

Patrick Gehlert ist freier Redakteur und schreibt für Fachmagazine unter anderem Beiträge zu dem Thema Pflege.

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