Die Rolle der Angehörigen

Es ist niemals für einen Menschen leicht, sich selbst einzugestehen, körperlich oder psychisch nicht mehr in vollständig gesunder Verfassung zu sein. Um seinen hilfsbedürftigen Familienmitgliedern bei der Überwindung der psychischen Hürden in diesem Kontext unter die Arme greifen zu können, können die Angehörigen einiges unternehmen, damit sie erheblich dazu beitragen, dass die hilfsbedürftige Person schnell mit der neuen Situation zurechtkommt. Denn die Angehörigen spielen eine bedeutende Rolle bei Pflegefällen.

Dabei ist es weniger wichtig, wie viel Zeitengagement die Angehörigen in die Pflege des Angehörigen einbringen. Vielmehr spielt es eine Rolle, mit wie viel Herzblut sie sich dabei um die Bedürfnisse ihres Familienmitglieds kümmern. Im Speziellen hilft zwischenmenschliches Vertrauen, um die schwersten Schläge in jeglicher Hinsicht zu kompensieren. Wer also besonders viel Verständnis für die vielseitigen Ängste und Nöte der zu pflegenden Person aufbringt, wird schnell spüren, wie sehr das der bedürftigen Person bei der Überwindung all ihrer Lasten hilft.

Eine Großzahl der Angehörigen fürchtet sich um die finanzielle Last, die ein dauerhaftes Pflegen des Nahestehenden mit sich bringt. Muss man seinen Job aufgeben – selbst, wenn es nur vorübergehend ist –, erwarten viele von ihnen, dass sie früher oder später ihren Job komplett aufgeben müssen oder entlassen werden. Allerdings sind sich diese Angestellten eben auch ihrer Rechte nicht bewusst. Unter gebebenen Umständen dürfen sie mehrere Tage und sogar über mehrere Monate hinweg bei teilweiser Bezahlung aus ihrem Arbeitsvertrag aussteigen.

Mitunter kommt es vor, dass das Zuhause der Angehörigen quasi als Pflegeheim dient und damit die pflegebedürftige Person den gesamten Tag über in den vier Wänden der Familie gepflegt wird. Immer mehr Zuschüsse werden den Angehörigen gesetzlich zugesichert und sollen auf diesem Wege Krankenhäuser und Pflegeheime entlasten, da dort erheblicher Mangel an Kapazitäten vorhanden ist. Angehörigen wird es durch finanzielle Anreize schmackhafter gemacht, eigenständig für die Versorgung der bedürftigen Person zu sorgen.

Am wichtigsten ist jedoch, dass Angehörige als ständige Ansprechpartner für die Patienten zur Stelle sind, wenn diese eine wichtige Entscheidung für ihre Zukunft zu treffen haben. Gemeinsam kann dann eine wohl durchdachte Lösung für jedes Problem gefunden werden, was dem bedürftigen Menschen verhilft, in Zukunft ein sorgenfreieres Leben führen zu können.

Geschrieben von

Patrick Gehlert ist freier Redakteur und schreibt für Fachmagazine unter anderem Beiträge zu dem Thema Pflege.

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