Von Ethik und Streikkultur im Pflegedienst

Wie alle Krankenpfleger unterliegen die Bediensteten in ambulanten wie stationären Pflegediensten den allgemein bekannten Regen der Medizinethik. Eine Grundannahme der Medizinethik ist, dass sich Pfleger stets mit vollstem Einsatz um das Wohl der pflegebedürftigen Personen kümmern und hierbei mit allen Mitteln versuchen, kranken Menschen zu helfen, um diesen ein angenehmeres Leben zu ermöglichen. Neben Empathie, unbändiger Arbeitsmotivation und Arbeitseinsatz müssen Mitarbeiter von Pflegediensten aber vor allem psychologische Stärken vorweisen können.

Tagtäglich werden sie mit den Problemen ihrer Patienten konfrontiert, müssen Schicksalsschläge genauso kompensieren wie nahestehende Angehörige. Ihr Aufgabengebiet umfasst zudem Tätigkeiten, die gemeinhin als erniedrigend eingestuft werden, allerdings niemals als solche empfunden werden dürfen und sollten. Ein gehobenes Maß an Fachwissen ist für qualifiziertes Pflegepersonal notwendig, um in allen erdenklichen Situation besonnen und klug handeln zu können.

Eine gemeinhin gerne aufgenommene Kritik ist jene, dass viele Pflegedienste mehr ökonomisch als humanistisch aufgezogen werden, somit der einzelne Mensch nicht mehr im Mittelpunkt der Arbeit steht. Vielmehr sei es für viele Dienste nur noch entscheidend, am Ende des Jahres ökonomisch schwarze Zahlen zu schreiben. Mit der zunehmenden Privatisierung des Gesundheits- und Pflegesektors drängt sich diese Debatte immer mehr in den gesellschaftlichen Vordergrund, zumal an allen Ecken und Enden notwendiges Personal fehlt.

Ein Hauptgrund dafür ist neben des demographischen Wandels die relativ geringe Bezahlung im Pflegesektor, weswegen die Berufe für viele Arbeitnehmer wenig reizvoll erscheinen. Seit Jahren setzen sich Gewerkschaftler für bessere Arbeitskonditionen ein, möchten in Tarifverträgen Mindestlöhne festschreiben. Kommt es zu keiner Einigung mit den Arbeitgebern, drohen viele Gewerkschaften, in denen ein Großteil der Beschäftigten eingetragen sind, mit einer Bestreikung von bestimmten Pflegediensten. Aufgrund dessen gibt es vor allem im Pflegebereich in geradezu regelmäßigen Abständen Streiks von erheblichem Ausmaß. Dabei dürfen allerdings niemals Risiken für die Patienten entstehen, was gesetzlich gesichert ist.

Geschrieben von

Patrick Gehlert ist freier Redakteur und schreibt für Fachmagazine unter anderem Beiträge zu dem Thema Pflege.

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