Kurzzeit- oder Verhinderungspflege

Unzählige Gründe führen dazu, dass Pflegefälle über einen bestimmten Zeitraum hinweg vollstationär behandelt werden müssen. Damit dies nicht zur finanziellen Last des Betroffenen oder seiner Verwandten führt, gibt es die sogenannte Kurzzeitpflege, die für maximal 28 Tage in einem Kalenderjahr beantragt werden kann.

Heutzutage wird Kurzzeitpflege vor allem dann genutzt, wenn die zu pflegende Person gerade einen Klinkaufenthalt hinter sich gebracht hat. Nahestehende Verwandte werden dank dieser Möglichkeit zumindest für einige Tage entlastet, um die notwendigen Vorkehrungen für die Rückkehr der betroffenen Person treffen zu können. Hauptzweck der Kurzzeitpflege ist es, den Zeitraum zwischen stationärer Behandlung und häuslicher Pflege zu überbrücken.

Insbesondere zielt der Geldwert darauf ab, bei Urlaub oder Krankheit des pflegenden Angehörigen weiterhin vollstationäre Pflege zu ermöglichen. Ebenfalls soll es dazu beitragen, seelische Überforderung der Pflegeperson zu verhinden.

Wie immer gibt es allerdings auch bei der Verhinderungspflege Ausnahmen, die gesetzlich geregelt sind. Hierzu zählt etwa die Tatsache, dass eine häusliche Pflege definitiv nicht im Rahmen des Möglichen sein darf, damit man überhaupt Anspruch auf den Zuschuss besitzt. Gibt es eine solche Möglichkeit, muss diese unverzüglich ergriffen werden. Ebenso muss sichergestellt sein, dass teilstationäre Pflege nicht zielführend wäre.

Interessant ist der Umstand, dass die erwartbaren Leistungen bei der Kurzzeitpflege unabhängig von der vorliegenden Pflegestufe des betroffenen Patienten sind. Ferner werden auch bei dieser Art der Bezuschussung die Unterkunfts- und Verpflegungskosten nicht abgedeckt, die folglich also vom Betroffenen und den Angehörigen entsprechend übernommen werden müssen.

Die Verhinderungspflege ähnelt der Kurzzeitpflege, doch bezieht sie sich ausschließlich auf häusliche Pflege. Hierbei erhalten betroffene Familien Geldleistungen, die es ermöglichen sollen, zeitweise einen Ersatz für die jeweilige Pflegeperson zu finden.

Von knapp anderthalb Millionen Angehörigen, die die Pflege eines Mitmenschen zu Hause übernehmen, nutzen derzeit nur etwa 30.000 bis 40.000 Betroffene die Verhinderungspflege. Viele Angehörige und Betroffene wissen daher offenbar gar nicht um ihre Möglichkeit, in einem solchen Moment finanzielle Hilfe von Seiten der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen zu können.

Geschrieben von

Patrick Gehlert ist freier Redakteur und schreibt für Fachmagazine unter anderem Beiträge zu dem Thema Pflege.

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