Was sind MDK Pflegenoten?

Im Zusammenhang mit Pflege trifft man immer wieder auf den Begriff der MDK Pflegenoten? Doch was besagen diese und wie werden sie ermittelt? Sind sie aussagekräftig und verraten sie, wo man sicher gute Pflege erwarten darf?

Die Abkürzung MDK steht für den Medizinischen Dienst der Krankenkassen. Dieser versucht, ein Mindestmaß an Qualität im Pflegedienst zu gewährleisten und zu sichern, sodass sich nunmehr jede Pflegeinstitution einer ständigen Kontrolle unterziehen muss und anhand von Noten bewertet wird. Diese Noten werden auf einer Bewertungsskala wie in Schulzeiten veröffentlicht, um für ein leichtes Verständnis bei den Rezipienten und damit den Patienten und ihren Angehörigen zu sorgen. Außerdem üben sie einen ständigen Leistungsdruck auf die Pflegeinstitutionen aus, die für das entsprechende Qualitätsmanagement sorgen müssen.

Die Bewertungssystematik fußt dabei auf Kriterien, die der GKV-Spitzenverband in Kooperation mit den Sozialhilfeträgern und den Vertretern der Leistungserbringer entwickelt hat.

Das Gesamtergebnis setzt sich aus zahlreichen Einzelbewertungen zusammen, die im Rahmen der gesetzlich verordneten Überprüfung von Pflegeheimen und -diensten ermittelt werden und auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten notiert werden. Im Folgenden werden diese Einzelnoten gewichtet und führen dann über Umwege zu einer Gesamtbeurteilung der einzelnen Pflegeanstalten.

Doch wie aussagekräftig ist dieses System nun? Die Vorteile liegen auf der Hand: Transparenz und Objektivität wie auch die Sicherung von Qualität im Pflegesektor sind die Kerngedanken hinter den MDK Noten. Kritiker hingegen melden sich laustark zu Wort und halten entgegen, dass ein Pflegesystem, welches sich nur an Noten orientiert, alles andere als ideal sein kann, da letzten Endes nur die Erfüllung gewisser Standards im Vordergrund der täglichen Arbeit steht. Diese Standards werden von Führungskreisen festgelegt, welche häufig keinen unmittelbaren Bezug zur Patientenpflege vor Ort besitzen. Pauschalisierungen werden vielerorts daher ungerne gesehen, da der Arbeitsaufwand in den einzelnen Pflegeheimen sehr unterschiedlich ausfällt. Es bleibt also fraglich, ob solche Standards tatsächlich helfen, die Qualität im Pflegebereich nachhaltig zu verbessern. Der Versuch alleine unterliegt jedoch einer nachvollziehbaren Logik und verfehlt daher hofffentlich nicht seine Wirkung.

Geschrieben von

Patrick Gehlert ist freier Redakteur und schreibt für Fachmagazine unter anderem Beiträge zu dem Thema Pflege.

Noch keine Kommentare.

Ein Kommentar schreiben

Nachricht


8 − = five