Ein Pflegebeauftragter für die Sicherheit?

Stimmen kommunaler Politiker der Christdemokratischen Union Deutschlands (CDU) diskutieren lautstark über die Einführung eines Pflegebeauftragten. Grund dafür ist die anhaltende Gewalt in Senioren- und Pflegeeinrichtungen, die nicht nur die Medien auf den Plan gerufen hat. Berichte über Gewalt in Pflegeeinrichtungen halten die Gesellschaft in Sorge und Unruhe.

Angesichts von mehr als zwei Millionen pflegebedürftigen Bürgern in Deutschland sei es längst an der Zeit, sich vermehrt um deren Wohl und Sicherheit zu kümmern. Das zumindest meinen Politiker der Senioren-Union, die ihre Vorschläge nun an die Bundesvertreter weitergeben möchten. Um die gesamte Pflegebranche sowie alle involvierten Arbeitnehmer aufgrund von Einzelfällen nicht in Verruf zu bringen, fordern Politiker nun entschieden Konsequenzen. Gewalt dürfte in Pflegeeinrichtungen in keinem Fall die Überhand gewinnen. Deswegen fordert vor allem die Senioren-Union eine striktere Vorgehensweise von Ordnungsämtern und Sozialverbänden. Möglich wäre zum Beispiel die Einrichtung eines zentralen Pflege-Notrufs, sodass die betroffene Person bei unmittelbarer Gefahr sofort zentrale Stellen alarmieren könnte. Ein Pflegebeauftragter könne ähnlich wie ein Wehrbeauftragter fungieren. Gleichzeitig wäre er damit Kontroll- und Beschwerdeführer im Pflegesektor.

Die Politiker betonnen, dass es endlich an der Zeit sei, das Thema in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatte zu rücken. Es sei wichtig, die Pflegebranche vor pauschaler Kritik zu bewahren, letzten Endes handele es sich immer noch nur um Einzelfälle.

Beachtung fand das Modell eines Pflegebeauftragten auf Länderbene bereits. In Bayern gibt es seit 2011 mit Werner Zwick einen Pflegebeauftragten. Mittels einer kostenfreien Hotline kann ein jeder Pflegebedürftiger rund um die Uhr Kontakt mit dem Pflegebeauftragten aufnehmen. Vertraulichkeit ist dabei selbstverständlich gewährleistet. Nur so können langfristig Problemfälle in der Tagespolitik Beachtung finden. Fraglich ist, ob dieses Konzept auch auf Bundesebene fruchtet und ob der Koordinationsaufwand nicht zu groß wäre. Doch wer weiß – vielleicht wird die Debatte um einen Pflegebeauftragten schon bald im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen.

Geschrieben von

Patrick Gehlert ist freier Redakteur und schreibt für Fachmagazine unter anderem Beiträge zu dem Thema Pflege.

Noch keine Kommentare.

Ein Kommentar schreiben

Nachricht


7 − = two