Personalagenturen vermitteln Ärzte

Moderne wirtschaftliche Strukturen finden auch in der Gesundheitsbranche Einzug. Seit einigen Jahren wird unter anderem Pflegepersonal über Jobagenturen weitervermittelt und selbst um den Beruf des Arztes macht diese extreme Form von Angebot und Nachfrage auf dem Personalmarkt keinen Bogen. Dass das nicht immer wünschenswert ist, wird vielen schnell bewusst und stellt insbesondere den Gesundheitsminister vor schwierige Aufgaben.

Durch den Bestand der Personalagenturen ergeben sich nämlich einige äußerst skurrile Tatbestände. Zum Beispiel verdienen Ärzte auf dem Land deutlich mehr Geld als ihre Kollegen in Großstädten, da der Mangel an qualifiziertem Arbeitspersonal auf dem Land enorm ist und die suchenden Arbeitgeber wie beispielsweise das Deutsche Rote Kreuz enorme Summen zahlen, um Ärzte aus dem Großstadtraum anzulocken. So liegt der Lohn zum Teil bei 700 Euro für einen Tag Arbeit, für manche irrsinnig viel Geld.

Tatsache ist auch, dass durch den Personalmangel vor allem auf dem Land einige Notfalleinsätze nicht innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Einsatzzeit vonstatten gehen, was immense Risiken mit sich bringt. Es herrscht also dringender Handlungsbedarf, damit der Staat die notwendigen Strukturen schafft, um den Ärztemangel in Deutschland zu stoppen. Zahlreiche Jungakademiker suchen schon heute ihr Glück im Ausland und machen ihre medizinische Fachausbildung in den Nachbarländern der Bundesrepublik Deutschland.

Schwierig ist deswegen die Flexibilität, mit der Ärzte leben müssen. Dies hat nicht nur auf ihr persönliches Leben Einfluss – ebenso wechselt ihr Arbeitsumfeld andauernd, was nicht unbedingt förderlich für die gesundheitliche Pflege Bedürftiger ist. Ärzte müssen daher heute weitaus mehr leisten als die reine Arbeit am Menschen.

Folglich herrscht akuter Handlungsbedarf auf Seiten der Regierung, die die notwendigen Ausbildungsmaßnahmen schaffen muss, um weitaus mehr jungen Leuten ein attraktives Medizinstudium zu ermöglichen. Anreize können in vielerlei Hinsicht geschaffen werden. Bloß sollte endlich gehandelt und nicht mehr weiter stillschweigend zugesehen werden.

Geschrieben von

Patrick Gehlert ist freier Redakteur und schreibt für Fachmagazine unter anderem Beiträge zu dem Thema Pflege.

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