Pflege ist ein kostspieliges Unterfangen

Pflegemaßnahmen sollten im ethischen und moralischen Sinne möglichst wenig Geld für die Person kosten, die die Pflegeleistungen in Anspruch nimmt. Darüber sind sich alle einig. Doch wer meint, aufgrund der gesetzlichen Pflegekasse wenig Geld für Pflege zu zahlen, irrt sich. Ein jüngst veröffentlichter Pflegereport der BARMER GEK dokumentiert, wie viel Kosten durchschnittlich vom Moment des Pflegeeintritts bis hin zum Tod entstehen.

Ingesamt zahlen Männer durchschnittlich 42.221 Euro aus eigener Tasche für Pflegeleistungen, Frauen mit 84.000 Euro bezahlen fast das Doppelte. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist folglich immens, wobei sich der Eigenanteil bei beiden Geschlechtern auf etwa die Hälfte der anfallenden Kosten beläuft. Der hohe Kostenbetrag bei Frauen ist insbesondere auf die längere Pflege in Pflegewohnheimen zurückzuführen. Die Kosten für stationäre Pflege sind dabei erwartungsgemäß höher als die Kosten bei Inanspruchnahme ambulanter Pflegeleistungen.

Durch die Pflegeversicherung werden in etwa 33.300 Euro pro Person gedeckt. Anhand dieser Zahlen kann man sich bereits ausmalen, wie hoch der Eigenanteil trotz Pflegeversicherung dementsprechend ist.

Dennoch liegen die Netto-Ausgaben der Sozialhilfe für Pflegemaßnahmen auf einem ewigen Rekordhoch. Im Jahr 2010 beanspruchten 318.000 Menschen in Deutschland Pflegemaßnahmen für sich, das sind in etwa 3 Prozent mehr als im Vorjahr 2009. Der Gesamtkostenaufwand lag dadurch bei knapp 3 Milliarden Euro. Interessant ist, dass vor allem in Pflegestufe 1 die Zahl der bedürftigen Personen zunimmt. Während die Wachstumsraten von Pflegebedürftigen in Pflegestufe 2 und Pflegestufe 3 gering ist, scheint es folglich erheblich mehr leichte Pflegebedarfsfälle zu geben. Der Anteil der Kurzzeitpflege steigt ebenfalls rapide an.

Ebenso ist markant, dass der Anteil an pflegebedürftigen Personen in den vermeintlich strukturschwachen Bundesländern wie Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern deutlich höher ist als etwa in Bayern, Baden-Württemberg oder dem Saarland.

Auf Basis dieser Daten zeigt sich, wie wichtig private Altersvorsorge heutzutage ist. Kaum ein Bedürftiger bekommt heutzutage noch alle Leistungen von der Pflegeversicherung bezahlt. Ein Vorsorgepolster sorgt also dafür, dass man ruhigen Gewissens notwendige Hilfsmaßnahmen in Anspruch nehmen kann und zugleich die eigene Psyche nicht weiter belastet wird.

Geschrieben von

Patrick Gehlert ist freier Redakteur und schreibt für Fachmagazine unter anderem Beiträge zu dem Thema Pflege.

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