Psychiatrische Pflege

Welcher Unterschied besteht zwischen altersbedingter und psychiatrischer Pflege? Obwohl es erhebliche Differenzen zwischen beiden Varianten der Pflege gibt, scheint der Unterschied gemeinhin nur wenigen bekannt zu sein. Um eine Abgrenzung zu erleichtern, soll im Folgenden der Begriff der psychiatrischen Pflege genauer thematisiert werden.

Ziel der psychiatrischen Pflege ist es, den pflegebedürftigen Mesnchen hin zu einem psychischen, physischen und sozialen Gleichgewicht zu führen, in dem es ihm ermöglicht ist, am gesellschaftlichen Leben in all seiner Vielfalt sorglos partizipieren zu können. Außerdem kann das Ziel sein, den psychischen Anpassungsprozess nach einer schweren Behinderung, also den Umgang mit einer schwerwiegenden körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung, zu erleichtern und zu beschleunigen, um den Patienten schneller zurück in ein gewöhnliches Leben führen zu können.

Die hohe Empathiebereitschaft der Pflegekräfte ist bei der psychiatrischen Pflege von besonderer Bedeutung. In einer Vielzahl der Fälle fehlt den Patienten lediglich der Zugang zu anderen Menschen, weswegen in erster Linie zwischenmenschliche Bindungen zwischen dem Patienten und den Pflegenden aufgebaut werden müssen, um den Therapieprozess beginnen zu können. Es zeigt sich besonders in diesem Aspekt, dass psychiatrische Pflege insgesamt also deutlich individueller auf den Patienten ausgerichtet ist.

Patienten in psychiatrischer Behandlung können ebenso wie gewöhnliche Pflegebedürftige nebst stationärer Pflege regelmäßige ambulante Hilfsleistungen in Anspruch nehmen. Somit bliebe die seelische Bindung zum eigenen Wohnort bestehen und zugleich könnten Angehörige am Prozess mitwirken, was den Prozess der psychischen Heilung positiv beeinflussen kann.

Psychiatrische Heilungsprozesse können in unterschiedlichen Stufen und in unterschiedlicher Art und Weise erfolgen. Zum einen besteht die Entscheidung, ob der Patient in eine geschlossene oder in eine offene Station eingeliefert wird oder ob auf ambulante Dienste zurückgegriffen wird, zum anderen besteht die Wahl zwischen einer Kurzzeit- und einer Langzeittherapie. Individuell muss hierbei die beste Lösung für den Patienten gewählt werden, um diesen über kurz oder lang zurück in ein Leben im geistigen wie körperlichen Gleichgewicht zu führen.

Geschrieben von

Patrick Gehlert ist freier Redakteur und schreibt für Fachmagazine unter anderem Beiträge zu dem Thema Pflege.

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